SCHULE FRIEDL KUBELKA Fotoschule

SCHULE FÜR KÜNSTLERISCHE PHOTOGRAPHIE, WIEN
LEITUNG: FRIEDL KUBELKA



Die SCHULE FÜR KÜNSTLERISCHE PHOTOGRAPHIE, WIEN beginnt am 22.10.2009 und endet am 29.5.2010. Grundsätzlich ist sie allen Alters- und Berufsgruppen zugänglich (Mindestalter 19 Jahre). Die Aufnahme erfolgt nach einem persönlichen Gespräch. Die Unterrichtssprache ist Deutsch.






ACHT WORKSHOPS

Im Schuljahr 2009/2010 wird der Unterricht der SCHULE FÜR KÜNSTLERISCHE PHOTOGRAPHIE, WIEN in Form von Workshops durchgeführt. Diese werden von fünf bekannten, auf ganz verschiedene Weise mit Photographie arbeitenden KünstlerInnen geleitet. An einem Wochenende im Monat werden jeweils Donnerstag die WorkshopleiterInnen über ihre eigene Arbeit referieren. Freitag, Samstag, Sonntag sind als Arbeitstage geplant, an deren Ende die Präsentation des eigenen (skizzenhaften) Ergebnisses durch die Studenten stehen soll. Darüber hinaus werde ich in Form eines Vortrages meine eigene künstlerische Arbeit präsentieren, drei Workshops abhalten, sowie mit den Studenten das Kunsthistorische Museum besuchen. Zusätzlich biete ich jedem/r Teilnehmer/In die Möglichkeit zu drei Einzelgesprächen. Mein Unterricht verfolgt – anders als bei üblichen Kunstschulen – das Ziel, den zwingenden Zusammenhang zwischen dem emotionalen Bereich und der künstlerischen Arbeit herzustellen. Als Einstieg in das Workshopjahr hat sich der erste Workshop „Täter und Opfer“ für mich als unersetzlich erwiesen. Er wird daher wieder stattfinden. „Täter und Opfer“ hat unter anderem die für Künstler notwendige Selbständigkeit im Denken, Fühlen und Entscheiden zum Thema. Die Beschäftigung mit den der Photographie verwandten Medien Malerei und Film soll dem Erkennen und der Nutzung der spezifischen Eigenschaften des Mediums Photographie dienen. Als Ergänzung ist es wichtig, eine Publikation über die Geschichte des Mediums zu besitzen und zu benützen. Auch die handwerkliche Arbeit in der Dunkelkammer, ebenso wie das Entwickeln von S-8 Filmen, dient dem „Begreifen“ des Materials. Die „Schule für unabhängigen Film, Wien“, 2006 gegründet, befindet sich in denselben Räumlichkeiten wie die „Schule für künstlerische Photographie, Wien“. Für die PhotographiestudentInnen bedeutet das, an den Vorträgen der unterrichtenden FilmkünstlerInnen teilnehmen und sich durch deren kritischen Umgang mit dem Material Film und durch einen möglichen Gedankenaustausch mit den KollegInnen der Filmklasse bereichern zu können.
Friedl Kubelka






TÄTER UND OPFER – FRIEDL KUBELKA, 23.10.-26.10.2009
Jede kommerzielle Portraitsitzung, jeder Schnappschuss, jedes Photo, das zwischen Freunden entsteht, beinhaltet ein szenisches Geschehen wie im Theater. Der Inhalt dieser Szene ist meist, dass der Photograph versucht, an seinem Modell etwas sichtbar zu machen, was sonst verborgen ist. Der Photograph ist der Täter, das Modell ist das Opfer. Diese Szenen führen manchmal zu einem subtilen Kampf, manchmal, vor allem in der journalistischen Photographie, zu ausgelebter Aggression. Scham und Schuld sind in der Auseinandersetzung mit Photographie verdrängte Gefühle und werden nicht thematisiert. Photographen und Modelle sprechen nur über die fertigen Bilder. Der Workshop soll erhellen, worin die tiefere Bedeutung der „photographischen Szenen“ für die Beteiligten liegt und dadurch den eigenen, durch Konventionen verstellten Blick klären.

“TAKING PHOTOGRAPHS, MAKING PHOTOGRAPHS” – BERNHARD MAYR, 12.11.-15.11.2009
Vom detailreichen Festhalten von Landschaften mit einer beschwerlichen Großformatkamera bishin zum Anhalten von flüchtigen, zugespitzten Momenten einer ständig in Bewegung befindlichen Großstadt mit einer Kleinbildkamera führt uns dieser Workshop an die Schauplätze der Fotografie, an denen Bilder entstehen; erörtert unterschiedliche Herangehensweisen und beleuchtet verschiedene technische Umsetzungsmöglichkeiten, deren sich der Fotograf bedient, um seine persönliche Sicht der Dinge zum Ausdruck zu bringen.

TABUS UND VORURTEILE – MARIANNE GREBER, 3.12.-6.12.2009
„Transsexualität und Transformation, Dialektik von Männlich und Weiblich, Utopie und Alltag. Spiel und Sein als gelebte Träume jenseits von sexueller Kodifizierung und gesellschaftlichem Regelverhalten. Wir treten im Workshop in Dialog mit Transsexuellen und gehen auf einen diskursiven Prozess ein, denn die Einbeziehung der Protagonist/Innen ist Bedingung meiner Arbeit. Dabei ist Kommunikation nicht Mittel, sondern Zweck, dem Raum gegeben wird. Wir berühren gesellschaftliche und persönliche Gefühle, Haltungen, Denkweisen, Grenzen, Tabus und Vorurteile.“

MAPPENSCHAU – FRIEDL KUBELKA, 21.1.-24.1.2010
Der Workshop beginnt mit einem Gespräch über Motivationen und Motive (Do. Abend). In den drei folgenden Tagen werden Bilder präsentiert. Eine „Mappenschau“, dies Nachdenken und Beurteilen fremder Arbeiten vor einer kleinen Öffentlichkeit, stellt für jede(n) Einzelne(n), auch für mich, eine große Herausforderung dar. Lob und Kritik zu „üben“ ist eines der besten Mittel, die eigene Gedankenwelt anzuwenden und zu überprüfen. Eigentlich spricht jeder über sich selbst. Alle Bereiche der Photographie können thematisiert werden. Und jede(r) steht mit ihren, seinen Arbeiten ausführlich im Mittelpunkt des Interesses.

GESCHICHTE/N ERZÄHLEN – LISL PONGER, 18.2.-21.2.2010
Von welchem Standpunkt aus fotografieren wir wessen Wahrheit? Inszenierte Fotografie oder dokumentarische Bilder als eine Möglichkeit sich politisch zu positionieren, die eigene Haltung kritisch zu hinterfragen und gleichzeitig Geschichte/n zu erzählen.

„POETISCHER KONZEPTUALISMUS“ – CHRISTIAN WACHTER, 18.3.-21.3.2010
Fotografie, allgegenwärtig und oft banal, gebraucht (und missbraucht) als Trägerin allmöglicher Botschaften, prägt unsere Sicht auf die Welt. Wie ist es möglich, in der Flut von selbsthergestellten wie von fremden, nur konsumierten Bildern einen kritischen Blick zu bewahren? Wie können Bilder zu tieferen Einsichten in Geschichte, Welt, in eigene oder fremde Identitäten führen? Wie können durch Bilder andere, neue, poetische, vielleicht noch nie wahrgenommene Ansichten der Welt entstehen?

WISSENSCHAFTLICHE TEXTE ALS INSPIRATION – FRIEDL KUBELKA, 15.4.-18.4.2010
KünstlerInnen, auch im Bemühen vom Publikum anerkannt zu werden, lassen sich oft von zeitgenössischen, schon bewährten Inhalten und formalen Lösungen beeinflussen. Anhand eines wissenschaftlichen Texts möchte ich beweisen, dass es nicht die VOR – BILDER des eigenen Mediums sein müssen, die zu eigenen Arbeiten führen. Assoziatives, freimütiges Reisen in fremde Gebiete und deren Plünderung kann ein großes Potential an neuen Themen und deren photographische Umsetzung ermöglichen.

“A REMEMBERED FILM” – VICTOR BURGIN, 6.5.-9.5.2010 (in englischer Sprache)
The filmmaker Alain Resnais said that he likes to find the part of a city that reminds him of another city. I want you to find a place in a city that may remind you of a film. We all have memories of films we have seen. Perhaps a short sequence remains in memory from a film that is otherwise forgotten, or perhaps a fragment of dialogue, or just a single image. I want you to bring one of these memories to mind. Then, keeping this memory in mind, I want you to look around you as you pass through the city (or it may be that you travel no further than your own room) and look at the real world through the prism of this memory. Can you find points of correspondence - a shadow, a crossroads, a canal, a gesture ... ? If and when you find a place where you can attach your memory to a fragment of the real, I want you to make a work that represents this experience in some way. It is up to you to decide how to do this.







AUFNAHMEBEDINGUNGEN: Es werden 12 StudentInnen aufgenommen. Schriftliche Anmeldung mit photographischen Arbeiten, die einen persönlichen Zugang zu selbstgewählten Themen zeigen, ein gezeichnetes Selbstportrait und eine kurze Biographie (Tel.-Nr. angeben) sollen bis zum 10.10.2009 (Anmeldeschluss) im „Atelier Gartengasse“ eingelangt sein. An diesem Tag können Arbeiten von 18-21 Uhr in der Schule abgegeben werden. Aufnahmegespräche finden nach Vereinbarung zwischen 11.10. und 13.10.2009 statt. Die Möglichkeit der Benützung einer Dunkelkammer außerhalb der Schule ist notwendig.